
Ein neunzigminütiger Strategie-Workshop mit drei Teams und offenen Fragen verlangt meinem Kopf etwas völlig anderes ab als ein Statusupdate von fünfzehn Minuten, und trotzdem greifen die meisten Kolleginnen und Kollegen in der IT-Beratung für beide Situationen zur immer gleichen Playlist oder, schlimmer noch, zu gar keiner Strategie. DMH Beats haben mir gezeigt, dass Fokus-Training für lange Meetings und Fokus-Training für kurze Meetings zwei komplett verschiedene Baustellen sind, und Konzentration ist dabei keine Konstante, sondern etwas, das man je nach Format neu zusammenstellen muss.
Als Projektleiterin in der IT-Beratung sitze ich an manchen Tagen erst zwei Stunden im Lenkungsausschuss und direkt danach fünf Minuten in einem Sync mit dem Entwicklungsteam, und beide verlangen eine andere Art von Aufmerksamkeit. Bevor eine Kollegin mir einen Link zu einer Frequenz-Audio-Plattform schickte, hatte ich für genau dieses Problem keine Lösung — ein Melatonin-Spray aus der Apotheke half mir nachts kaum weiter, und an die Fokus-Probleme tagsüber hat damals ohnehin niemand gedacht.
Kordula, eine Kollegin aus der IT-Beratung, war diejenige, die mir den ersten Link schickte, mit dem Kommentar, ich solle es einfach mal ohne Erwartung probieren. Seitdem nutze ich verschiedene Frequenzen nicht nur abends zum Runterkommen, sondern gezielt für unterschiedliche Meeting-Situationen tagsüber — und genau diese Unterscheidung ist für mich inzwischen wichtiger als die Frage, welche Frequenz grundsätzlich die beste ist.

Lange Workshops brauchen ein anderes Fokus-Training als ein kurzes Update
Bei einem langen Strategie-Workshop, in dem komplexe Zusammenhänge verstanden und gleichzeitig mitprotokolliert werden müssen, brauche ich eine Spur, die mich wirklich reinzieht — etwas Intensiveres und Energiereicheres, als es ein simples Hintergrundrauschen je liefern könnte. Mit einem IT-Projektmanagement-Alltag, der aus Lenkungsausschüssen und Steuerkreisen besteht, kommt dieser Meeting-Typ bei mir fast wöchentlich vor. Wenn vor so einem Termin gerade mal zwanzig Minuten Luft bleiben, schaffe ich es höchstens bis zum Viktualienmarkt und zurück, bevor ich wieder am Tisch sitze. Die passende Spur läuft dann schon auf dem Rückweg, nicht erst im Besprechungsraum.
Wie unterscheidet sich die Spur für ein Statusmeeting?
Für ein kurzes Statusmeeting will ich wach und präsent wirken, aber nicht wie auf dem Sprung in einen Marathon — dafür reicht eine ruhigere, unaufdringlichere Spur völlig aus. Bei einem Statusbericht um drei Uhr nachmittags fiel mir neulich auf, wie gut das inzwischen funktioniert: Ich hatte zwanzig Minuten am Stück nicht ein einziges Mal an mein Handy gedacht, was in genau dieser Tagesphase früher praktisch unmöglich war. Für mich ist das der eigentliche Beweis, dass die Unterscheidung zwischen den beiden Meeting-Typen mehr bringt als jede einzelne Frequenz für sich allein.
Der Unterschied zwischen Rauschen und Schichten
Regengeräusche oder weißes Rauschen kenne ich gut aus früheren Versuchen — gegen das Tippen der Nachbarn im Großraumbüro hilft das leidlich, gegen die eigene Aufmerksamkeitsspanne kaum. Nach einer Weile blendet das Gehirn das Muster einfach aus, ohne dass man es überhaupt merkt. Reine binaurale Beats sind da schon ein Stück weiter, und was DMH aus mehreren Schichten davon macht, ist noch mal eine andere Ebene — wie genau, erkläre ich an anderer Stelle ausführlicher, hier zählt für mich nur das Ergebnis: Diese Gewöhnung bleibt bei mir aus. Isochrone Töne habe ich auch schon ausprobiert, dazu aber ein andermal mehr.
Wenn ich in einem Meeting nur noch „Bahnhof" verstehe, hilft mir eine Spur im klassischen Beta-Bereich (13 bis 30 Hz) — wissenschaftlich der Standardbereich für wache Aufmerksamkeit, mehr Technik steckt für mich persönlich gar nicht hinter der Auswahl. Und wenn es um Ideenfindung bei einem technischen Problem geht, wechsle ich zu einer ruhigeren Spur, die den Stresspegel etwas rausnimmt, ohne mich komplett wegzubeamen.
Seit ich das System mit den beiden Meeting-Typen so fahre, trinke ich auch Kaffee anders — nicht mehr aus reinem Wachmacher-Zwang, eher als Genuss, auch wenn die Kaffeekultur in der Agentur gnadenlos ist und mein schlechtes Gewissen mich trotzdem fast jeden Nachmittag einholt. Falls du deinen Konsum ebenfalls reduzieren willst, habe ich mal aufgeschrieben, wie weniger Kaffee trinken und trotzdem wach bleiben mit Alpha-Wellen funktionieren kann.

Kopfhörer vergessen, Konzentration weg
Einmal habe ich versucht, ein ganzes Meeting nur mit einem In-Ear durchzustehen, weil ich dachte, ich müsste ansprechbar bleiben — falscher Ansatz, im Kopf blieb nur ein monotones Brummen übrig, keine Spur von Fokus. Bei einem Projekt-Review letzten Monat hatte ich die Kopfhörer schlicht vergessen, und zwanzig Minuten Klimaanlagen-Rauschen später war ich kurz davor, im Meeting ausfallend zu werden — gefühlt nackt, unkonzentriert und ziemlich genervt von mir selbst.
Ganz wegdiskutieren lässt sich das nicht, auch wenn es mir nicht gefällt: Wenn ich mich zu sehr auf die Frequenzen verlasse, fühlt sich jedes Meeting ohne sie inzwischen anstrengender an als früher, so als würde ein Muskel schwächer, den man nicht mehr trainiert. Mental erschöpft bin ich davon trotzdem seltener als vor der ganzen Umstellung, und genau das zählt für mich am meisten, auch wenn ich mir deshalb bewusst jedes zweite Meeting ohne Kopfhörer vornehme.
Wenn du bei null anfängst, schau dir vielleicht meine Anleitung für Frequenz-Audios bei Stress an, das war für mich der Ausgangspunkt für alles Weitere.

Was ein Leser aus Bochum herausgefunden hat
Schau mal, was mir neulich ein Leser aus Bochum geschrieben hat: Tadeusz schickt mir regelmäßig E-Mails und hält in einem eigenen Protokoll fest, was bei ihm wie läuft. Er testet offenbar mehrere Plattformen parallel und notiert sich die Unterschiede, und bei ihm fällt der Sprung zwischen einer Stunde konzentrierter Arbeit und einem kurzen Call genauso groß aus wie bei mir zwischen Workshop und Statusmeeting, nur mit anderen Vorlieben bei der Reihenfolge der Frequenzen. Welche Plattform im direkten Vergleich wie abschneidet, ist nochmal ein eigenes Thema — hier geht es mir nur um die Meeting-Länge, nicht um Marken.
Wann du zu welcher Spur greifst
Für mich läuft es inzwischen auf eine einfache Faustregel hinaus. Ist das Meeting lang, inhaltlich dicht und verlangt aktives Mitdenken über mehr als eine Stunde, greife ich zur intensiveren, energiereicheren Spur — für ein Fünfzehn-Minuten-Update wäre das die reine Holzhammer-Variante, eindeutig zu viel für den Anlass. Ist das Meeting kurz und es geht nur darum, wach und präsent zu wirken, reicht die ruhigere Spur völlig aus, und die intensivere Variante würde mich für den Rest des Nachmittags eher übermüden als wachhalten.
Falls du dich fragst, wie sich das Ganze technisch im Online-Format umsetzen lässt, findest du Tipps dazu in meinem Beitrag, wie du die Konzentration steigern kannst bei langen Online-Meetings.
Dokumentiert wird das Ganze bei mir nach wie vor in einer simplen Notizen-App auf dem iPad Pro, direkt neben dem zweiten Monitor in meiner Schwabinger Wohnung, von wo aus der Blick aus dem Hinterhoffenster meist nur auf einen Kastanienbaum fällt und sonst nicht viel passiert. Perfekt ist das System trotzdem nicht — an stressigen Tagen vergesse ich die Kopfhörer immer noch, und manchmal hilft auch die beste Frequenz nicht gegen eine schlecht vorbereitete Präsentation. Genau das bleibt für mich der Kern von Biohacking Light: dezent, unauffällig, kein Ersatz für gute Vorbereitung, nur ein kleiner Hebel, den ich mir inzwischen nicht mehr wegdenken will.