Stille Frequenz

Schritt für Schritt die Konzentration steigern bei langen Online-Meetings

Die Zahlen in der Excel-Tabelle vor mir verschwimmen zu grauen Streifen. Vierter Teams-Call in Folge, und meine Konzentration ist irgendwo zwischen Bildschirm zwei und der kalten Kaffeetasse verloren gegangen. Im IT-Projektmanagement kenne ich diesen Moment aus langen Online-Meetings zu gut, den Punkt, an dem der Kopf einfach dichtmacht, egal wie wichtig die nächste Frage sein könnte.

Der Denkfehler, dem ich selbst jahrelang aufgesessen bin: Wer sich in einem vierstündigen Review-Marathon maximal anstrengt, bleibt automatisch am längsten fokussiert. Mehr Kaffee, mehr Anspannung, mehr krampfhaftes Zuhören. Bei mir war es genau andersherum, je fester ich mich reinverbissen habe, desto schneller war mein Kopf leer.

Bevor ich überhaupt an Frequenz-Audio gedacht habe, hatte ich schon einiges ausprobiert. Ein Melatonin-Spray aus der Apotheke zum Beispiel. Nichts passiert, außer dass ich mir jeden Abend eingebildet habe, jetzt müsste es doch bald wirken. Meine Kollegin Kordula hat mir das Thema irgendwann gezeigt, mit einem lakonischen „probier das mal ohne Erwartung", und fragt seitdem hin und wieder nach, wie es läuft, ohne dabei nachzubohren.

Was sich am ehesten verändert hat, zeigte sich an einem ganz gewöhnlichen Morgen: Ich bin aufgewacht, weil es draußen schon hell war, nicht, weil der Wecker mich rausgerissen hat. Den hatte ich komplett verpasst, und zum ersten Mal seit Ewigkeiten hat mich das nicht in Panik versetzt.

Der Mythos vom eisernen Fokus in Online-Meetings

Im IT-Projektmanagement hält sich hartnäckig die Vorstellung, Konzentration sei eine Frage der Willenskraft, je angespannter, desto wacher. In der Praxis beobachte ich das Gegenteil, bei mir selbst und bei Kollegen: Nach der ersten Stunde eines langen Calls kippt die Aufmerksamkeit nicht langsam, sie bricht ziemlich abrupt weg, egal wie sehr man sich zusammenreißt.

Smartphone mit Frequenz-Audio-App neben Notizen während eines Online-Meetings, Fokus im IT-Projektmanagement halten

Bringt noch mehr Anstrengung wirklich mehr Konzentration in Online-Meetings?

Schau mal, meine Antwort nach vielen dieser Calls ist nein. Mentale Erschöpfung im IT-Alltag funktioniert eher wie ein Akku, der sich nicht durch reines Wollen wieder auflädt. Ständiges, krampfhaftes Zuhören zehrt schneller aus, als es Ergebnisse bringt. Wenn du ständig unter kognitiver Belastung im Projektmanagement leidest, bringt noch mehr Druck von außen erfahrungsgemäß gar nichts, es macht höchstens zittrig, während der Faden trotzdem verloren geht.

Es gibt Ansätze, die auf ruhige akustische Reize setzen, etwa binaurale Beats oder isochrone Töne, die das Gehirn in einen gleichmäßigeren Rhythmus mitnehmen sollen. Die Details dazu erklären andere Artikel hier ausführlicher, mir persönlich reicht zu wissen, dass es bei mir im Hintergrund während eines Calls funktioniert, ohne dass ich aktiv daran denken muss.

Der Unterschied zwischen Anspannung und echtem Fokus

Der Unterschied, den ich mittlerweile ernst nehme: Anspannung fühlt sich kurzfristig nach Kontrolle an, kostet aber massiv mehr Energie als ruhige Aufmerksamkeit. Mein Kriterium in Meetings ist simpel geworden, merke ich, dass ich nur noch mitschreibe, um wach zu bleiben, ist das für mich das Signal, bewusst eine Minute loszulassen, statt mich noch fester reinzuklemmen.

Kaffeetasse neben Laptop bei einem langen IT-Meeting, Konzentration halten ohne zusätzlichen Koffein-Schub

Ein Leser aus Bochum, Tadeusz, hat mir dazu neulich eine Mail geschrieben und gefragt, ob das nur bei Leuten funktioniert, die ohnehin schon entspannt in Meetings sitzen. Eine faire Frage, die mich selbst noch mal zum Nachdenken gebracht hat, ich beobachte das schließlich nur bei mir im Alltag, ohne das je kontrolliert getestet zu haben.

So baust du dir eine Konzentrationsroutine für lange Calls

Praktisch heißt das für mich: eine ruhige Morgenroutine vor dem ersten Call, eine andere Version für den Nachmittagsknick und wieder eine andere für abends, wenn der Kopf einfach nicht abschalten will. Manche Kollegen sprechen dabei von einer Art Reizüberflutung im Büro, die sich über den Tag aufbaut, meine Binaurale Beats Erfahrungen haben mir gezeigt, dass genau dieser Punkt oft übersehen wird.

Eine feste Routine dafür aufzubauen, fühlt sich für mich ähnlich an wie ein Projektplan mit Pufferzeiten, nicht jede Phase läuft perfekt, aber es gibt eine Struktur, auf die ich zurückfallen kann. Kleine, wiederholbare Schritte gegen den Stresspegel haben bei mir mehr gebracht als jede einmalige Kraftanstrengung, und sie helfen mir nebenbei, psychische Resilienz zu stärken, weil ich weiß, dass ich dem nächsten stressigen Quartal nicht hilflos ausgeliefert bin.

Am Wochenende drehe ich oft eine Runde durch den Englischen Garten, ganz bewusst ohne Kopfhörer, nur um den Unterschied zu spüren zwischen dieser Art von Ruhe und der kontrollierten Aufmerksamkeit, die ich mir für Meetings antrainiert habe. Der Mythos vom eisernen Fokus hält sich hartnäckig, weil er nach Disziplin klingt, dabei ist oft genau das Gegenteil der bessere Weg durch einen vollen IT-Kalender.

Bitte beachten: Was Sie hier lesen, spiegelt meine persönliche Erfahrung wider — keine professionelle Beratung. Informieren Sie sich eigenständig und konsultieren Sie die entsprechenden Fachleute, bevor Sie Änderungen an Ihrer Gesundheit, Ernährung oder Ihren Finanzen vornehmen.

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