
Kaffee macht wach. Fokus ist etwas anderes — das musste ich mir eingestehen, nachdem ich beides monatelang verwechselt hatte. In der IT-Beratung wird das schnell zum Dauerzustand: Man schüttet sich wach und hält das für dasselbe wie konzentriert. Meine Morgenroutine sah lange genau so aus, mit einer Tasse nach der nächsten. Mittlerweile sieht sie anders aus, seit Frequenz-Audio wie neowake fester Bestandteil davon ist — nicht als Wundermittel, sondern als Korrektur eines Denkfehlers, dem ich selbst lange aufgesessen bin.
Die Antwort, die mir dabei geholfen hat, ist unbequem einfach: Es geht nicht darum, wie viel Koffein du intus hast, sondern welchen Zustand dein Kopf gerade braucht. Wach und fokussiert sind zwei verschiedene Dinge, auch wenn sie sich im Berateralltag zwischen Sprint-Planung und Stakeholder-Terminen ständig vermischen.
Der Mythos vom Koffein-Fokus
Der Irrglaube hält sich hartnäckig, gerade unter Leuten mit vollen Kalendern: mehr Koffein gleich mehr Konzentration. Ich habe ihn selbst lange bedient, mit drei, vier, manchmal fünf Tassen Filterkaffee vor dem Mittagessen. Rund 80 Milligramm Koffein stecken in einer durchschnittlichen Tasse, bei fünf Tassen kommt einiges zusammen. Fokus brachte das selten. Meistens ein Zittern in den Fingerspitzen und einen Puls, der sich anfühlte wie kurz vor einem Sprint, während ich nur auf den Bildschirm starrte.
Also habe ich gegengesteuert. Konsequenter Koffeinverzicht ab 14 Uhr, wochenlang durchgehalten, mit der Disziplin von jemandem, der sich für den eigenen Schlaf eine Tabelle anlegt. Gebracht hat es nichts. Der Nachmittagstief kam trotzdem, nur ohne Kaffee als Ausrede dafür. Das Problem lag offensichtlich nicht am Koffein selbst, sondern an dem, was ich mir davon erhofft hatte.

An einem x-beliebigen Vormittag passierte dann etwas, das mir die Sache klarer gemacht hat: Ich hatte mir aus reiner Gewohnheit die Mittagstasse eingeschenkt, mitten in einer Fokus-Session mit einer ruhig-konzentrierten Frequenz im Ohr, und stellte sie zehn Minuten später kalt und unberührt neben die Tastatur. Ich hatte sie schlicht nicht gebraucht.
Das braucht deine Morgenroutine wirklich
Was wirklich hilft, hat wenig mit der Menge an Koffein zu tun und mehr mit dem Zustand, in den sich das Gehirn morgens bringen lässt, für mich der eigentliche Hebel bei der Fokus-Steigerung vor dem ersten Meeting. Neowake arbeitet dabei mit Prinzipien wie Brainwave Entrainment und binauralen Beats, die an anderer Stelle auf diesem Blog ausführlicher erklärt werden. Mich interessiert vor allem die praktische Seite: Kopfhörer auf, Track an, und der Nebel im Kopf lichtet sich bei mir innerhalb weniger Minuten, ganz ohne vierte Tasse.
Manche Kolleginnen greifen lieber zu isochronen Tönen, weil die auch über Lautsprecher funktionieren, andere schwören auf Solfeggio-Frequenzen. Ob das in Alpha- oder Beta-Bereiche fällt, erklären andere Texte auf diesem Blog genauer, mich interessiert morgens vor allem, was zuverlässig funktioniert.
Daraus ist inzwischen eine Art Fokus-Protokoll geworden, das ich morgens durchgehe, bevor ich die erste Slack-Nachricht öffne — mehr Checkliste als Ritual.

So erkennst du, ob du Koffein oder eine Frequenz brauchst
Die Faustregel, die sich daraus ergeben hat: Ist der Kopf einfach nur müde, taugt Kaffee. Ist er wach, aber zerstreut (zehn Tabs offen, keiner davon wirklich gelesen), ist das ein Fokus-Problem, kein Energie-Problem. Und für Fokus-Probleme war Koffein bei mir noch nie die Lösung, egal wie viele Tassen ich nachschenke. Genau da setzt eine Frequenz-Session an: kein Ersatz für Schlaf oder Pausen, sondern ein gezielter Wechsel in einen anderen mentalen Gang.
Kordula, eine Kollegin aus der IT-Beratung, hat mir 2024 den ersten Link zu einer Frequenz-Plattform geschickt, mit dem Kommentar: probier das mal ohne Erwartung. Bis heute fragt sie hin und wieder nach, wie es läuft, ohne dabei je aufdringlich zu wirken — eher wie jemand, der sich einfach freut, wenn etwas funktioniert.
Ein Leser aus Bochum, Tadeusz Smolka, hat mir vor Kurzem etwas Ähnliches geschrieben: Er hatte seinen Kaffeekonsum fast halbiert und trotzdem keinen klareren Kopf bekommen. Solche E-Mails bringen mich jedes Mal dazu, meine eigenen Notizen noch einmal durchzugehen, weil seine Fragen selten die offensichtlichen sind.

Fokus ist kein Wunder, sondern eine Wahl
An manchen Mittagen reicht keine Frequenz und kein Kaffee der Welt. Wenn ein Projekt gerade gegen die Wand fährt, hilft nur eine Pause. An solchen Tagen gehe ich kurz raus, ans Isar-Ufer auf Höhe der Wittelsbacher Brücke, und lasse die Sache eine Weile liegen. Das ist keine Schwäche, sondern ein Grenzfall, den keine Frequenz auflösen kann.
Seit ich weniger aufs Koffein und mehr auf den Zustand achte, sind es eher drei Tassen als fünf oder sechs. Wie ich abends wieder runterkomme, ist noch mal ein eigenes Thema, dazu habe ich aufgeschrieben, wie ich Tiefschlaf fördern bei Stress in meinen Alltag eingebaut habe.
Was mir hilft, wenn der Kopf nach zu vielen Teams-Calls nur noch dröhnt, ist inzwischen eher, mentale Erschöpfung nach der Arbeit zu lindern, statt noch eine Tasse Kaffee nachzuschenken.
Zugegeben, das funktioniert nicht an jedem Tag gleich gut. Manche Wochen sind einfach zäh, Frequenz hin oder her, und ich schenke mir trotzdem die vierte Tasse ein, weil ich auch nur ein Mensch mit Deadlines bin. Aber die Faustregel bleibt: erst prüfen, ob der Kopf müde oder zerstreut ist, dann entscheiden, was er wirklich braucht. Das allein hat meine Morgenroutine mehr verändert als jede Menge Koffein.