
Der Cursor blinkt seit einer Weile an derselben Stelle im Sprint-Board – ich habe aufgehört zu tippen und merke es selbst nicht sofort. Die Tickets vor mir könnten ebenso gut in einer fremden Sprache geschrieben sein. Genau das ist der Punkt, an dem meine Konzentration nach dem Mittagessen komplett aussteigt, mitten im Satz, mitten im Projekt. Im IT-Projektmanagement ist das kein Randproblem, sondern der Moment, in dem ich inzwischen zu meinem Fokus-Training mit Alpha-Wellen greife.
Schwabing im Sommer macht das nicht leichter – im Büro steht die Luft, und nach dem Essen zieht sich alles zäh wie Kaugummi. Bevor Kordula, eine Kollegin aus der IT-Beratung, mir 2024 einen Link zu einer Frequenz-Audio-Plattform schickte, mit dem Kommentar „probier das mal ohne Erwartung", hatte ich schon einiges durchprobiert. Das Melatonin-Spray aus der Apotheke zum Beispiel, besorgt nach den ersten schlaflosen Wochen, hat mir schlicht nichts gebracht, außer einem seltsamen Nachgeschmack. Was abends beim Schlafen half, rettet mir heute den Nachmittag: dieselben Frequenzen, nur anders eingesetzt.
Kaffee reicht nachmittags einfach nicht mehr aus
Kaffee macht mich wach, aber nicht klar, das ist ein Unterschied, den ich lange nicht verstanden habe. Nach dem dritten Espresso zittern eher die Hände, als dass der Kopf klarer wird, und die Excel-Tabelle flimmert trotzdem weiter vor sich hin. Alpha-Wellen sind für mich einfach der Zustand der wachen Ruhe, den ich nach dem Essen sonst nie finde – die Feinheiten der Hirnforschung dazu überlasse ich lieber echten Fachleuten.
Weil man Frequenzen in diesem Bereich gar nicht direkt hören kann, arbeiten Tools wie dmh-beats mit binauralen Beats oder isochronen Tönen, die das Gehirn indirekt dorthin führen. Mehr als diesen einen Satz brauche ich dafür auch nicht – mich interessiert, ob es abends beim Einschlafen und mittags beim Fokus-Training funktioniert, nicht die Physik dahinter.
Alpha-Wellen als Werkzeug, nicht als Zauberwort
Mein Schreibtisch steht am Fenster zum Hinterhof, mit Blick auf einen Kastanienbaum, der im Hochsommer wenigstens ein bisschen Schatten liefert. Rechts läuft der zweite Monitor für Teams-Meetings, links der Hauptbildschirm für den Rest. Die kabellosen Over-Ear-Kopfhörer liegen fast immer griffbereit auf der linken Seite, direkt neben dem iPad, auf dem meine Notizen-App dauerhaft offen ist.
Esoterisch fühlt sich daran nichts an, kein spirituelles Schweben, kein Räucherstäbchen. Es ist eher so, dass unwichtige Reize wie das Tippen nebenan oder ein fernes Telefonklingeln einfach nach hinten rücken und Platz machen für die eine Sache, an der ich gerade arbeite.

So sieht meine Mittagsroutine aus
Nach dem Essen brauche ich fünf Minuten ohne Bildschirm, kein Slack, keine Mails, bevor überhaupt etwas mit Kopfhörern passiert. Dann kommt das eigentliche Ritual: Ein Track von dmh-beats, weil mir die Qualität der Frequenzen dort am saubersten vorkommt, ohne störende Melodien drumherum. Zwanzig Minuten reichen fast immer, mit einem Timer daneben, damit ich nicht im Tunnel verschwinde und den nächsten Call verpasse.
Danach halte ich kurz in der Notizen-App fest, was funktioniert hat. „Alpha, Jira-Cleanup, gut" reicht meistens als Eintrag. Ein Leser aus Bochum, Tadeusz, hat mir mal geschrieben, dass er mehrere Plattformen parallel nach einem eigenen Protokoll testet und die Unterschiede penibel notiert – im Vergleich dazu ist meine Notizen-App fast schon spartanisch. Wer tiefer einsteigen will, dem kann ich meinen Erfahrungsbericht über mentale Klarheit ohne Kaffee empfehlen, da gehe ich noch mehr auf die verschiedenen Pakete ein.

Um die fünfte Woche herum fiel mir zum ersten Mal auf, wie anders ein Montagmeeting laufen konnte: Statt im Kopf schon die nächste Aufgabe durchzugehen, hörte ich tatsächlich zu, was eine Kollegin gerade sagte, Satz für Satz, ohne abzudriften. Kein großes Erweckungserlebnis, eher ein kleiner Unterschied, der sich über die Woche wiederholte, bis er mir auffiel.
Wie viel Fokus-Training verträgt ein Nachmittag?
Zu viel des Guten kippt schnell in Überreizung, das habe ich mir längst zur Regel gemacht: maximal zwanzig bis dreißig Minuten pro Aufgabe, dann zurück in den normalen Büro-Modus. Ähnlich wie beim Training passiert die Anpassung in der Pause, nicht während der Dauerbelastung. Wer die Frequenzen stundenlang durchlaufen lässt, in der Hoffnung, dass mehr automatisch mehr bringt, verpasst genau diesen Punkt.
Weder Ärztin noch Neurowissenschaftlerin bin ich, nur eine Projektleiterin mit zu viel Kaffee im Blut und Deadlines im Kalender. Wer ernsthafte Konzentrationsprobleme oder anhaltende Erschöpfung hat, sollte das mit einer Fachperson besprechen und nicht mit einem Blogartikel. Für mich sind Frequenzen ein Werkzeug im Alltag, keine Behandlung.
Was am Ende hängen bleibt
Was im Projektmanagement oft fehlt, ist genau dieser Zustand: proaktiv arbeiten statt nur reagieren, einen Schritt vor der nächsten Eskalation statt mittendrin. Direkt nach anstrengenden Terminen wirkt das genauso gut, dazu habe ich an anderer Stelle geschrieben, wie man Stress nach Meetings mit Alpha-Wellen abbaut – für mich die logische Ergänzung zum Fokus-Training nach der Mittagspause.
Schau mal, am Ende ist die eigentliche Erkenntnis simpel: Nicht die Frequenz entscheidet, sondern ob ich mir die zwanzig Minuten wirklich nehme, bevor der nächste Call reinplatzt. Kaffee trinke ich immer noch, wahrscheinlich zu viel, aber das Mittagstief diktiert mir nicht mehr den ganzen Nachmittag. Wenn du das nächste Mal um zwei Uhr im Nebel sitzt, probier lieber die zwanzig Minuten mit Kopfhörern als die vierte Tasse.